Hat man nach dem Tod eines geliebten Menschen als Hinterbliebener das Recht, wieder glücklich zu sein?

Ja klar, sagst du jetzt vielleicht spontan. Warum denn nicht?

In meiner Arbeit mit Trauernden zeigt sich jedoch häufig das Gegenteil: Nicht selten leiden Menschen jahrelang. Der Schmerz scheint nicht enden zu wollen. An Jahres- und Gedenktagen werden die Narben wieder aufgerissen und der Schmerz ist so präsent wie am ersten Tag. Beziehungen halten dem oftmals nicht stand und Paare trennen sich oder leben nur noch in einer Art „Wohn- oder Interessengemeinschaft“ zusammen. Manche verlieren ihren Arbeitsplatz und finden auch nicht zurück in eine Erwerbstätigkeit. Freundschaften zerbrechen, weil die Freunde die Trauer nicht mehr aushalten. Lebenssinn und Lebensfreude sind in unendliche Ferne gerückt. Nicht selten sind Trauernde suizidgefährdet, weil sie sich ein Leben ohne den Verstorbenen einfach nicht vorstellen können.

Neulich sagte mir eine Mutter in unserem Gespräch, sie empfindet so etwas wie eine „Überlebens-Schuld“. Wow! Das Wort hatte ich noch nie gehört, aber es ist selbsterklärend. „Ich bin schuldig, weil ich den Tod meines Kindes/Partners/Geschwisters überlebt habe“.

Überhaupt sind Schuldgefühle ein wichtiger Faktor, wenn Trauer nicht enden will. Solange sich jemand schuldig fühlt, weil er den Tod eines geliebten Menschen nicht verhindern konnte, wird es ihm fast unmöglich sein zu heilen und ins Leben zurückzukehren.

Schuldig sein bedeutet, dass wir in der Vergangenheit die Macht gehabt hätten, etwas anders zu machen und es – warum auch immer – nicht getan haben. Ist das wahr? Können wir das wirklich wissen? Überschätzen wir hier nicht unsere vermeintlichen Fähigkeiten, wenn wir unterstellen, dass die Person noch leben könnte, wenn wir uns nur ein bisschen mehr angestrengt hätten? Wenn wir mehr Geld gehabt hätten, um eine Behandlung auf einem anderen Kontinent zu ermöglichen? Wenn wir dafür gesorgt hätten, dass derjenige eine bessere, gesündere Ernährung erhält? Würde meine Tochter noch leben, wenn ich erkannt hätte, wie schlecht es ihr wirklich ging, als sie mich anrief?

Spielen wir nicht ein bisschen Gott, wenn wir diesen selbstquälerischen Fragen hinterhergehen? Tatsache ist: wir wissen es nicht.

Wir veranstalten Kopfkino, in dem wir Drehbuchschreiber, Regisseur, Darsteller und Zuschauer in einer Person sind. Wir zerstören unser Leben, wenn wir diesen Film wieder und wieder abspielen.

Es gibt noch einen weiteren Film, der uns nicht gut tut: das ist der Film mit dem Titel: „Was ich dir alles noch hätte sagen wollen, bevor du gestorben bist“. In diesem Film hängen wir dem nach, was wir nicht gesagt haben, oder was wir gesagt haben das wir jetzt bereuen, was wir getan haben oder versäumt haben zu tun. Auch dieser Film ist nicht hilfreich.

Das wissen wir – das heißt, unser Kopf weiß es.

Wie kann man aber das Leiden beenden? Wie kann man die Filme, die unbewusst ablaufen und die sich verselbständigt zu haben scheinen, stoppen?

Als allererst gilt es eine Entscheidung zu treffen.

Eine Entscheidung? Ja! Sie lautet:

„Ich will leben. Ich will in ein lebenswertes, freudiges Leben zurückkehren!“

So simpel das klingen mag. Ohne diese Entscheidung ist keine Rückkehr ins Leben möglich. Ohne diese glasklare Entscheidung wird sich das Leiden fortsetzen. Manchmal bis zum eigenen Tod.

Es ist nämlich kein Ausdruck von Liebe die wir für den Verstorbenen empfunden haben und noch empfinden, wenn wir uns selbst nach seinem Tod selbst bestrafen, indem wir uns nicht mehr gestatten zu leben, zu lieben und zu lachen! Auch wenn es für dich schwer vorstellbar ist: es geht beides: die Liebe darf gelebt und gefühlt werden, und gleichzeitig können wir unser eigenes Leben achten, indem wir uns daran erfreuen. Das sage ich nicht aus einer Wunsch-Theorie heraus, sondern weil ich es genau so erlebt habe. Ich habe meine Tochter unendlich geliebt. Und ich liebe sie in alle Ewigkeit. Dieses Gefühl ist sehr präsent, sehr real. Gleichzeitig liebe ich mein eigenes Leben und die Menschen, mit denen ich es teile.

In persönlichen Gesprächen (oder per Skype) stehe ich dir gerne mit meiner eigenen Erfahrung und mit kraftvollen, geführten Mediationen zur Seite, um dich zurück in dein Leben zu begleiten. Wenn du es wünscht, kann ich dich unter Hypnose in einen Zustand bringen, in dem du dem Verstorbenen alles sagen kannst, was du gerne noch sagen möchtest. Du wirst auch Antworten empfangen, die dir helfen, Herzensfrieden zu finden. Ich biete dir den geschützten, liebevollen Raum, in dem alles sein darf. Keine Frage ist ‚dumm‘ und keine Aussage von dir wird bewertet. Alles darf sein, alles ist richtig. Hier kannst du mich kontaktieren.

 

 

 

 

 

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